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Nintendo DSi: neues Design?
Wer von euch glaubt, dass Nintendo DSi auf einem völlig neuen Designkonzept beruht,…

Nintendo DSi (2009)
…der irrt sich aber gewaltig. Nintendo brachte bereits 1982 ein Gerät in einem verdammt ähnlichen Gehäuse:

Nintendo Game & Watch (1982)
40 Zigarettenschachtel aus der Sowjetunion
Als kleiner Junge sammelte ich jahrelang leere Zigarettenschachtel. Heute klingt es etwas seltsam, doch damals war es ein übliches Hobby der Jungs. Und da die meisten Raucher in der Verwandtschaft ihrer Marke treu blieben, war es extrem schwierig an seltene Exemplare zu kommen. Manchmal gelang es mir, das eine oder andere Sammlerstück auf der Straße zu finden. Den Rest ergatterte man durch irgendwelche Tauschgeschäfte.
Besonders beliebt waren bei uns alte sowjetische Marken, deren Corporate Design meist noch grausamer war als der Geschmack. Schließlich gab es ja noch keine Standards, die Qualität sichern könnten. Der Tabak der filterlosen Zigaretten war in der Regel feucht und schmeckte laut Zeugenaussagen nach Kuhmist =D
Ich habe für euch eine exklusive Sammlung alter Zigarettenmarken vorbereitet:

Interessant, dass sich die meisten Marken an etablierte Stärken der Weltmacht oder eine bestimmte Zielgruppe richteten. Es gab Bezeichnungen, die speziell die technischen Errungenschaften (Flugzeuge, Schiffe, Raketen, Satelliten, Eisenbahn) betrafen. Auf der anderen Seite fand man Marken, die bestimmte Gesellschaftsgruppen ansprachen: Es gab Zigaretten für Jäger, Flieger, Manager oder auch zweckbetonte Namen wie “Besuch”, “Souvenir” und so weiter.
(N)O Gott!
Ihr könnt euch sicherlich an die säkuläre Werbekampagne erinnern die ich im Zusammenhang mit Republikanern und ihren bekloppten Prospekten sehr nebensächlich gezeigt habe, nicht wahr? Okay, kurzer Rückblick:

Naaa, immer noch nicht?

Und das hier? Jaaa, geht doch!
Ein Paar Humanisten kam auf die witzige Idee, atheistische Sprüche auf Londoner Busse zu drucken. Mit Unterstützung von The Guardian und zahlreichen Spenden gelang es ihnen, ein sehr unterhaltsames Projekt namens Atheist Bus Compaign zu gründen. £140.000 haben die Jungs von Gleichgesinnten erhalten, das reichte für 800 Fahrzeuge.
Die Kirche ergriff Initiative und antwortete mit einer geschmacklosen Nachahmung:

Ich warte schon gespannt auf ein vergleichbares Battle in Deutschland. Denn die Gott verneinenden Sprüche sollen in Zukunft auch auf deutschen Strassen präsent sein. Die Community von BusKampagne.de veröffentliche neulich drei Motive, die bald in Berlin, Köln und München zu sehen sein werden:

Auf der Seite heißt es:
Nicht-Religiöse, Agnostiker und Atheisten sollen wahrnehmen können, dass sie nicht alleine sind. Sie sollen mutiger werden, sich gegen religiösen Hochmut zur Wehr zu setzen und sich in die öffentlichen Debatten einzumischen. Das Leben ohne einen Gott kann eine Bereicherung sein: angstfrei, selbstbestimmt, bewusst, tolerant und frei von Diskriminierungen.
Besonders stilvoll finde ich die ironische Anmerkung “mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit”. Dies scheint in meinen Augen besser zu sein als das englische “probably”.
UPDATE: BVG und MVV haben diese Art von Werbung abgelehnt. Im Großen und Ganzen versuchen die Verkehrsgesellschaften jegliche Art von Werbung, die in Verbindung mit Religion steht, zu vermeiden. Daher werden schnell Beschlüsse veröffentlicht, um die geplante Aktion zumindest auszubremsen. Von Bayern hätte ich das nicht anders erwartet, von Berlin nicht. Wie auch immer: Man konzentriert sich darauf, alternativen zu finden. Ob sie es bis nach Frankfurt schaffen? Mmm…
XING Profil löschen

Es ist schon unglaublich, welche Recherche man anstellen muss, um seinen XING Account zu entfernen. Erst forstet man alle Einstellungen durch und versucht es anschließend mit der Zweifel erregenden Hilfe-Funktion. Die Suche nach “Profil löschen” ist eine lange Sackgasse, die ebenfalls erfolglos aufgegeben werden muss.
https://www.xing.com/app/user?op=cancel
Doch wenn man dann diesen Link findet, will man gar nicht mehr aufhören, drauf zu klicken!
Hey, Profile löschen macht Spass. Was kommt als nächstes? StudiVZ?! MySpace? Ach egal, wenigstens spammen sie nicht so rum wie XING.
Verdient?

© Glеnn Pаul
Joe Sullivan sitzt seit 20 Jahren im Gefängnis in Florida. Raubüberfall und Vergewaltigung. Den Raubüberfall hat er zugegeben, die Vergewaltigung nicht. Er hat lebenslänglich bekommen ohne nur eine winzige Chance, das Urteil zu revidieren. Der Prozess dauerte nur einen Tag, eine DNA-Analyse wurde nicht durchgeführt, die Beweise wurden bereits vernichtet.
Das Kuriose an der Geschichte: Der Verurteilte war zu diesem Zeitpunkt 13 Jahre alt!
Die Geschichte ist in den USA leider kein Einzelfall, wie die New York Times berichtet.
Essen in der Sowjetunion
Ich liebe alte sowjetische Fotos.
Scheremetjewo vor 34 Jahren. Damals gab es keine HotDogs. Dafür verkaufte man damals eine Scheibe Weizenbrot, die in zwei Hälften geteilt war: Die eine Seite war mit Butter bedeckt, die andere mit einem Löffel roten Kaviar. Mmm… So ein Snack-To-Go hat man in Eile runter geschluckt um nicht den Flug zu verpassen.

1975: Flughafen Moskau-Scheremetjewo
Interessanterweise funktionierte die Bezahlung im Vergleich zu heute genau umgekehrt. Zuerst wurden die Waren an der Kasse bezahlt, anschließend wurden sie im Laden abgeholt. Heute wäre das für einen Normalbürger ein Horrorszenario, denn die meisten würden erstmal reinlaufen um zu sehen was es gibt. Gleichzeitig müsste man sich alle Preise merken und sie im Kopf zusammenrechnen. Anschließend zur Kasse rennen, Schlange stehen, Zahlen und wieder zurück in den Laden um nochmals in Schlange zu stehen und Sachen abzuholen. Damals alles kein Problem: Die Auswahl an Produkten sowie ihre Preise blieben unverändert, sodass jeder sowjetische Bürger alle Preise auswendig kannte.
Plastiktüten waren damals nicht verbreitet. Meistens trug man immer eine Netztüte (авоська) mit sich, in der man alles transportieren konnte. Oder man nahm die Dinge selbst in die Hand:

1990: Plastiktüten waren noch nicht im Trend
Marken existierten natürlich auch nicht. Die Mich hieß einfach “Milch” (молоко), Kefir hieß… genau! “Kefir” (Кефир). Auf der Verpackung standen keine Namen oder Adressen, höchstens der Fettanteil. Milchprodukte verkaufte man gern in Glasflaschen. Unterschiedliche Färbung des Deckels deutete auf die Milchsorte:

1991: frische Milch nach langer Wartezeit
Es gingen hauptsächlich Frauen einkaufen, die Männer klauten lieber das Essen auf der Arbeit. Die Schlangen waren so lang, dass man sich teilweise abwechselte. So sprang zum Beispiel die Tochter für die Mutter ein und umgekehrt. Da es eine absolut gewöhnliche Sache war, ärgerte sich niemand wegen den langen Wartezeiten, vor allem dann, wenn man von einem westlichen Fotograf aufgenommen wurde:

1991: Frauen freuen sich auf frische Eier :)
Alle halten eine Quittung in der Hand, die sie an der Kasse zuvor bezahlt haben. Theoretisch konnte man sich auch nur ein Ei kaufen. Praktisch wäre das allerdings eine Beleidigung für die Verkäuferin. Sie hat daraufhin laut rumgebrüllt. Deshalb versuchte man sich die Blamage zu sparen und kaufte zumeist zehn Eier, die man sorgfältig in eine Tüte legte. Wer gleich 30 Eier gekauft hat, wurde mit einer Gratis-Papierunterlage belohnt.
Die Verkäuferin musste die Preise nachrechnen und mit der Quittung vergleichen. Gerechnet wurde im Kopf, ausnahmsweise auch mit Abakus.
Gutes Fleisch konnte man sich nur über Berkannte oder auf einem Markt besorgen. “Das Fleisch vom Markt” war doppelt so teuer und heiß begehrt.

1990: Feinkost!
Witz am Rande: Liegen zwei Hühner zum verkauf: ein sowjetischer und einer aus Import. Import-Huhn sagt: “Sieh dich nur an, du bist so abgemagert und blaufarbig! Wäh!”. Daraufhin sowjetischer Huhn: “Dafür bin ich von alleine gestorben!”
Im Jahr 1990 wurde in Moskau die erste McDonald’s-Filiale eröffnet. Unter dem Logo wurde dabei die sowjetische Flagge positioniert. Hässlich!

1990: Mäkki-Eröffnung in Moskau
Hunderte von Menschen standen Schlange um einen Burger zu probieren. Für Politik hatte man jetzt keine Zeit. Jetzt wisst ihr, warum die Sowjetunion ein Jahr später aufgelöst wurde!
(via)
Körperscanner
Da die ganze Welt ununterbrochen über die wachsende Gefahr eines Terrorangriffs diskutiert, sind bei den Flughäfen strengste Sicherheitsmaßnahmen angesagt. In größeren Airports werden Flugreisende gern durch einen Bodyscanner gejagt. Die besten Bilder (ab Körbchengröße B vermutlich) landen auf dem Desktop als Hintergrund, versteht sich.

Warum vergisst unsere Security ständig, die Tür zuzumachen?
(via)
Scheißtag erwischt?
Im 18. Jahrhundert mussten Knechte ein bis drei Tage im Jahr unbezahlt arbeiten. Solche Tage nannte man damals liebevoll Scheißtage. Heute würde man in so einem Fall dieselbe Bezeichnung verwenden. Einfach aus dem Grund, weil man generell kein Bock auf die Arbeit hat und dann nicht einmal dafür Kohle bekommt. Doch damals hat die Arbeit ja noch Spaß gemacht, das lehren uns zumindest die Geschichtsbücher. Was könnte also die Erklärung für die seltsame Benennung sein?!
Packt eure Koffer! Wir fliegen nach München in die Bayerische Staatsbibliothek, suchen dort das kleine Büchlein mit der Aufschrift “Bayerisches Wörterbuch. Band 2″ und schlagen die Spalte 475 auf (die Autoren haben erst später gemerkt, dass man vielleicht doch lieber die Seiten durchnummerieren sollte und nicht die Spalten):

18. Jhdt: Erfindung des Textmarkers
Kommt langsam der Aha-Effekt? Tatsächlich mussten Knechte die Zeit kompensieren, die sie während der Arbeitszeit beim Scheißen verschwendet haben. Heute zählt die Scheißzeit anscheinend zur Arbetszeit, denn bezahlt wird man ja trotzdem. Diese bezaubernde Tradition, Scheißtage zum Aufholen von verlorener Zeit zu verwenden, sollte man meiner Meinung nach wiederbeleben. Dann hat man wenigstens drei Scheißtage im Jahr und nicht 365 :)
Hättest du das gewusst? Sogar Wikipedia weiß das!